Donnerstag, 8. Januar 2009

Neue Saison

Gestern habe ich beim Schneckenprofi ein neues Minigewächshaus für dieses Jahr bestellt. Ich habe gleich die große Variante für 44 Pflänzchen genommen, denn dieses Jahr will ich auch ein paar in den Garten ausplanzen. Ich habe sogar schon die Problematik bedacht, dass ich keinen habe. Ich werde mir von meiner Oma, die eine Stunde entfernt in einem Haus mit großem Garten wohnt, zum Geburtstag ein Leihbeet wünschen. Meine Großeltern perfektionieren nämlich seit Jahrzehnten Ihre Tomatenaufzucht. Das kommt meinen mit den Tomaten verwandten Chillis natürlich zu Gute und außerdem fallen meine paar Pflänzchen dort gar nicht auf. Die Wahl der Samen werde ich noch mit meinen Mitbewohnern abklären und dann kann es bald losgehen.

"Neu - das ist in der Regel nur, was einer Generation neu vorkommt." - Ludwig Marcuse

Montag, 1. September 2008

Schinken-Ananas-Diavolo-Super-Pizza

Das Experiment ist gescheitert. Ich hatte mich von Sash überzeugen lassen, dass mein Experimet ein super Zeitpunkt ist um mal wieder selber Pizza zu machen. Gesagt, getan. Wir haben am Samstag einen Haufen leckere Zutaten gekauft, sogar den Teig wollten wir selber machen. Eigentlich hat soweit auch alles super geklappt, die Pizza sah super aus, roch lecker, nur geschmeckt hat sie mir nicht. Im Teig war zuviel Hefe und dieser bittere Nachgeschmack hat mir den Genuss versaut. Daher habe ich mich dann nicht am zweiten Blech, auf dem meine Hawaiipizza zum Tragen kommen sollte, nicht beteiligt. Ich werde mir also doch eine Fertigpizza kaufen und diese verfeinern. Da dürfte dann ja nichts schieflaufen.

"Teigwaren heißen Teigwaren, weil Teigwaren Teig waren." - Zungenbrecher

Freitag, 29. August 2008

Hawaii vs. Chile

Ich bin "gerade" von Arbeit gekommen, checke ob das Internet noch existiert und esse eine Schinken Diavolo Pizza.
Und das eher unfreiwillig, weil es hier im Supermarkt nur noch eine Sorte Hawaii Pizza gibt, die ich nicht mag. Und nebendran sind mir auf Anhieb sechs verschiedene Pizzasorten aufgefallen auf denen scharf stand oder zumindest irgendeine Schärfeskala bis oben hin gefüllt war. Nicht das ich irgendetwas gegen den Vormarsch von scharfem Essen hätte, aber dass deshalb die gute alte Schinken-Ananas-Kombination verdrängt wird. Ich weiß ja nicht...
Am Wochenende werde ich mir mal eine Schinken-Ananas-Diavolo-Super-Pizza basteln und euch von diesem Experiment berichten.

"Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet." - Jean Ziegler

Donnerstag, 28. August 2008

Die Bild mal wieder!

Eben hat mich mein google-reader über einen neuen Artikel auf bild.de hingewiesen, indem das Wort Paprika auftaucht. Und da bild.de immerhin nicht dauernd neue Rezepte über gefüllte Paprika mit Kartoffeln und Soße veröffentlicht, habe ich ihn mir mal zu Gemüte geführt.
Nachdem ich mir also 9 Seiten der 10-teiligen Klickstrecke "Wie Männer länger fruchtbar bleiben" reingezogen hatte, las ich :
"In Pizza, Ketchup, Paprika, Wassermelonen, Chilisauce und Tomaten ist Lycopin enthalten, was bei Männern das Prostatakrebs-Risiko senkt (die Prostata dient der Fruchtbarkeit)."
Moment, bisher war das doch nur an männlichen Mäusen nachgwiesen, oder?
Nein, wikipedia hat mich eines Besseren belehrt. Die Risikosenkung von (Prostata-)Krebs durch Lycopin konnte in einer großen Studie an 28.000 Menschen sogar widerlegt werden.

"Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zulässt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun." - Max Goldt

Dienstag, 26. August 2008

Pferdedoping mit spanischem Pfeffer

Es ist schon eigenartig einen Stoff wie Capsaicin, der für mich inzwischen zum Alltag gehört, wie Ascorbinsäure, in so schlechtem Zusammenhang und derart mystifiziert in den Medien wiederzufinden.
Wie die Überschrift erahnen lässt, geht es natürlich darum, das bei den Olympischen Spielen Pferde mit einer capsaicinhaltigen Salbe, die in den USA als Wärmesalbe vertrieben wird, gedopt wurden. Diese wurde den armen Geschöpfen direkt über den Hufen aufegtragen, so dass sich ihre Schmerzempfindlichkeit und damit der "Wille" die Hürde zu schaffen erhöht hat. Clever und äußerst widerwärtig.

Und nun sitze ich heute auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn und lese im Spiegel einen der kleinen Artikel auf den Übersichtsseiten über diesen Fall, in dem die oben genannten Fakten und ein paar Zitate und Namen untergebracht sind. Ich blättere also um und stelle fest, dass ich mich auf der Wissenschaftsseite befinde.
Ich finde es schon bedenklich wenn die Wissenschaftsredaktion es nicht für erwähnenswert hält, dass Capsaicin kein ominöser Wirkstoff ist, sondern sich z.B. in Gemüsepaprika befindet und dass er nicht nur in illegalen Salben aus den USA, sondern auch in stinknormalen ABC-Pflastern zu finden ist. Den Artikel hätte man also besser noch in den Sportteil gequetscht.

Den Vogel hat aber definitiv der Tagesspiegel mit seinem Online-Angebot abgeschossen. In dem Artikel "Pferd gedopt - mit welcher Substanz?" steht doch tatsächlich "Denn Capsaicin ist erstmal nur ein schmerzlinderndes Mittel."
Ja klar, ist mir auch schon oft aufgefallen. Besonders gegen den stechenden Schmerz von Bananen hilft es bei mir hervorragend. Im Ernst, ich habe auch von den schmerzlindernden Eigenschaften von Capsaicin gelesen, aber ich glaube tatsächlich, dass die Menschheit die schmerzbringenden Eigenschaften dieses Wirkstoffs wesentlich früher und intensiver erkannt hat. Die meisten würden mir wahrscheinlich zustimmen, wenn sie denn wüssten was Capsaicin eigentlich ist.
Aber der Tagesspiegel klärt seine Leser natürlich auf: "Aber Capsaicin ist auch ein Reizstoff. ... Auch in Chilischoten findet sich die Substanz." Wenn man Aber und Auch weggelassen hätte, wäre das schon fast eine sinnvolle Aussage gewesen.
Für alle die jetzt panische Angst haben wegen ihrer ABC-Pflaster als gedopt zu gelten, gibt der Tagesspiegel aber Entwarnung:
"Capsaicin wirkt allerdings nur bei Pferden wie ein Dopingmittel. Bei Menschen nicht. „Bei denen würde man nach Capsaicin überhaupt nicht suchen“, sagt Sörgel. „Es wäre auch ausgeschlossen, dass man jemanden wegen des Einsatzes von Capsaicin sperrt.“"
Vielleicht liegt es ja daran, dass es ein Nahrungs... ach egal.
Unsportlich wie ich bin, brauch ich mir darüber keine Gedanken zu machen.

"Jeder Wissende irrt sich, und jedes edle Pferd stolpert." - Arabisches Sprichwort

Montag, 25. August 2008

Meine Faulheit ist noch am Suchen und derweil berichte ich euch mal von den Thrips.
Diese kleinen fliegenden Insekten heißen auch Frasenflügler und sind in die Schädlingskategorie saugende Insekten einzutragen.
Jedenfalls haben mindestens hundert dieser Exemplare meine Mühevoll aufgezogenen Chilies vor ca. einem Monat überfallen. Typisch für saugende Insekten waren die gelben Blätter, die nach und nach einfach abgefallen sind. Und typisch für Thrips waren die silbernen Flecken am Blatt und die schwarzen Punkte an der Unterseite.
Da ich meine Pflanzen am Fenster aufziehe und somit weder Witterung, noch natürliche Feinde existieren, war es nicht verwunderlich, dass ich mit Schädlingen zu kämpfen hatte, aber das Ausmaß war doch erschreckend.
Und besonders schlimm war, dass man ihnen nach allgemeinem Bekunden im Internet nur mit der chemischen Keule beikommen kann. Ich wollte meine Chillis ja noch essen und mich dabei nicht gleich vergiften.
Aber so leicht wollte ich nicht aufgeben und habe mir also mit Mühe folgende Tipps aus den Weiten des Internets zusammengeklaubt:
1. Gelb- bzw. noch besser Blaustecker (Klebetafeln)
2. Gießen mit Knoblauchtee
3. Hohe Luftfeuchtigkeit
4. Nur noch im Untersetzer gießen, nicht mehr direkt die Erde
Ich habe sie alle getestet und auch wenn dieser Test natürlich eigentlich nichts aussagt, kann er vielleicht ein paar Betroffenen helfen.

zu 1.
Ob gelbe oder blaue Kleber war meinen Thrips relativ egal. Sie sind an beidem gleich häufig kleben geblieben.
Am besten geholfen haben transparente Klebefallen fürs Fenster aus dem Supermarkt. Da die Thrips wie die meisten Insekten das Licht mögen, fliegen sie immerwieder an die Fensterscheibe.
Ansonsten hatte ich in jedem Topf einen Gelbstecker und dazwischen noch normale Fliegenfänger aus der Drogerie (diese braun-gelben Schlangen) und ziehmlich teure Kombitafeln von Bayer (Blau und Gelb).
Die Investition in die Kombitafeln hat sich nicht wirklich gelohnt, aber grundsätzlich sollte man nicht an Klebetafeln sparen.

zu 2.
Für den Knoblauchtee scheidet man ein paar Knollen Knoblauch klein und gießt kochendes Wasser drüber. Dieses Gebräu lässt man ein paar Stunden ziehen und gießt dann einfach. Die geruchsbelästigung hält sich in Grenzen, wenn man den Sud gleich in einer Flasche zubereitet und diese dann verschließt. Und ein bis zwei Stunden nach dem Gießen ist der geruch selbst im Zimmer verflogen. Geschlossene Fenster sind natürlich ein wenig kontraproduktiv.
Der Knoblauch soll jedenfalls die Abwehrkräfte der Pflanze stärken. Wohl eher eine Vorbeugung als ein Gegenmittel. Ich jedenfalls habe keinen Effekt wahrgenommen.

zu 3.
Dieser Tipp hat sich in meinem notgedrungen Versuch als völlig unbraucbar herausgestellt. Da das Einsprühen der Pflanzen nichts geholfen hat, habe ich die stark befallenen unter eine durchsichtige Tüte gepackt. Ich habe also 3 Töfe in hohe Untersetzer gestellt, einen durchsichtigen Müllsack drüber und unten zugeklebt. Ein besseres Klima konnten sich die Pflanzen also nicht wünschen.
Leider brachte dieses Experiment aber nicht die gewünschte Wirkung. Die letzten lebenden Thrips haben sich unter den Tüten befunden und die entsprechende Pflanzen hat es ingesamt am schlimmsten erwischt. Eine habe ich auf 15 cm Stengel zurückgeschnitten, weil sie kein einziges Blatt mehr hatte (inzwischen hat sie 4 kleine Triebe) und eine weitere hat 3 Früchte und 2 Blätter.

zu 4.
Da die Thrips ihre Eier in die feuchte Erde, gießt man einfach nur in den Untersetzer und nicht mehr die Erde. Ein goldwerter Tipp! Zu Hochzeiten des Befalls kamen aus der Erde Massen an Fliegen und überall krabbelten kleine weiße Larven über die Erde. Aber schon 3 Tage nachdem ich aufgehört hatte die erde zu gießen, waren nur noch wenige Larven an den Blättern und die Fliegen überall, aber kaum im Topf.

Abschließend kann ich also empfehlen sich in der Drogerie mit billigen Gelbsteckern und durchsichtigen Klebefallen fürs Fenster einzudecken und nicht mehr dir Erde zu gießen. Ich habe so den Befall nahezu ausgerottet, ohne Chemie und mit durchaus verschmerzbaren verlusten.

Achso ein Tipp zum Abschluss noch:
Bei geringem Befall oder wenn man mal in der Küche von Fruchtfliegen heimgesucht wird, kann man anstatt der "teuren" Gelbstecker auch einfach eine gelbe Tasse oder Schüssel mit Wasser und ein paar Tropfen Spülmittel füllen. Durch die verminderte Oberflächenspannung erstrinken die Fliegen einfach.

"Die
Gesetze der Natur sind wunderbar, aber ihr Räderwerk zermalmt viele Insekten wie die Regierungen viele Menschen." - Antoine de Rivarol

Sonntag, 24. August 2008

Die Faulheit trägt Früchte

Bisher schlägt sich meine Faulheit noch nicht bis zu diesem Blog durch. Keine 3 Stunden existiert dieser Blog und schwups der zweite Eintrag. Naja bisher ist er ja noch unbekannt. Wie soll meine Faulheit ihn da finden?

Und Inhalt dieses Eintrags soll eine ca. 2 cm große, ziemlich unförmige, grüne Frucht sein: Meine erste Habanero.
Habaneros gehören der Art Capsicum Chinense an und kommen anscheinend weder aus China, noch aus Havanna.
Meine 8 Pflanzen kommen aus dem Supermarkt um die Ecke, zumindest die Früchte aus denen ich sie gezogen habe. Viele Wochen, Sonnenstunden und Gießkannen ist dies nun her und seit einer Woche hängt dort eine kleine Frucht. Ich habe ja schon ein paar meiner eigenen Chilis gegessen und/oder verarbeitet, aber auf diese freue ich mich besonders. Habaneros haben haben einen ganz eigenen fruchtigen, köstlichen, exotischen Geschmack, der erstaunlicherweise in fertiger Bratensauce sehr gut zum Tragen kommt.
Und sie sind nebenbei erwähnt auch verdammt scharf.
Für mich persönlich ein besonderer Reiz, den perfekten Grad zwischen vollem Hananero-Geschmack und Schärfe bei einem Essen zu finden.
Obwohl ich auch gerne mal die neuen Züchtungen probieren würde, die null scharf, aber 100% Habanero sein sollen. Ich werde es euch wissen lassen, wenn ich es getestet habe.

"Es bedarf nur eines Anfangs, dann erledigt sich das Übrige." Sallust